Freude und Trauer bei den Mellinger Pontonieren

Freude und Trauer liegt nahe beieinander, so auch bei den Mellingern Pontonieren. So freuen sie sich, dass die Jungpontoniere nun trotzdem per 15. Juni den Trainingsbetrieb wieder aufnehmen dürfen. Dafür ist die Trauer hoch, dass die geplante Fernfahrt auf der Lahn in der Woche vor Pfingsten nicht durchgeführt werden kann.

Der Lehrverband Genie/Rettung/ABC hat die Weisung angepasst. Ab dem 15. Juni dürfen die Vereine die vordienstliche Ausbildung auf dem Wasser, unter Einhaltung der Vorgaben des BAG, wieder aufnehmen. Somit dürfen auch die Jüngsten, gleichzeitig wie die Aktiven, wieder mit dem Training beginnen. Da die Boote und Weidlinge grundsätzlich nur mit 2 Personen besetzt sind, kann der nötige Abstand problemlos eingehalten werden. Die Boote werden demnächst angeliefert und eingewassert. Die Mellinger Pontoniere freuen sich, dass sie das Training auf dem Wasser starten dürfen, auch wenn in der laufenden Saison keine Wettkämpfe stattfinden werden.

Neben der Freude über den Trainingsstart ist aber auch die Trauer und der Frust sehr hoch, dass die geplante Fernfahrt vom 23. – 30. Mai aufgrund der aktuellen Situation nicht durchgeführt werden kann. Gerade für die Organisatoren der Reise, welche mit viel Herzblut die Planung und die Rekognoszierung vorgenommen haben, ist der Frust sehr hoch. Da nächstes Jahr der Verein das 100 Jahre Jubiläum feiern wird und zusätzlich auch das Eidgenössische auf dem Programm steht, wird die Reise sicher auf 2022 verschoben. Es wäre geplant gewesen, mit den Pontonierbooten die Lahn von Wiessmar via Wetzlar, Limburg bis nach Koblenz, wo die Lahn in den Rhein mündet, zu bereisen. Die Lahn ist ein 245 km langer Nebenfluss des Rheins und fliesst durch Nordrhein-Westfalen, Hessen und Rheinland-Pfalz. Von den gegen 146 km schiffbaren Strecke, hätten sie rund 120 km befahren. Auf der Reisestrecke hätten über 20 Schleussen passiert werden müssen. Während im ersten Teil noch von Hand gerudert worden wäre, käme der Motor im zweiten Teil zum Zuge.

Die Fernfahrten haben in der Tradition des Vereines einen hohen Stellenwert. So ist den Geschichtsbüchern zu entnehmen, dass die erste grosser Reise im Mai 1980 die elftägige Rheinfahrt Basel nach Rotterdam war. Danach folgte vom 8. - 13. Juni 1987 die Aarefahrt von Brienz nach Klingnau. Ebenfalls eine grosse Reise war die Donaufahrt von Ulm nach Wien vom 12.- 21. Juli 1990. Vom 7. – 14. Mai 2005 waren die Pontoniere auf einem Segelboot auf dem Iselmeer unterwegs. Danach folgte vom 19. - 25. Juni 2010 wieder eine Aarefahrt von Thun nach Basel. Die letzte Reise war vom 21. – 28. Mai 2016, als sie auf einem Motorsegler in Kroatien unterwegs waren.

Bild:
Das Bild stammt von der Aarefahrt 1987.


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2020-05-23 11:38:44